84:85 gegen Bonn – Bayern scheitern im Pokal-Achtelfinale

Die Basketballer des FC Bayern München müssen eine erste Enttäuschung hinnehmen, sie verloren im Pokal-Achtelfinale daheim gegen Bonn nach einem Herzschlag-Finish unglücklich 84:85 (40:53). Vor 3.914 Zuschauern im Audi Dome fanden die Bayern nur schwer ins Spiel und lagen kurz nach der Pause mit 15 Zählern hinten. Im dritten Viertel eroberten sie jedoch, angeführt von Maodo Lo (19 Punkte), die Führung zurück. In der Schlussminute verpassten sie es jedoch bei entscheidenden Rebound-Situationen, einen knappen Vorsprung ins Ziel zu retten.

Für den Deutschen Meister geht es nun gleich mit zwei schweren Aufgaben weiter: Am Donnerstag (17.10., 20.30 Uhr) kommt der noch ungeschlagene EuroLeague-Neuling aus Villeurbanne in den Audi Dome.

In der BBL müssen die Münchner am Sonntag (20.10., 18 Uhr) zum Spitzenspiel in Oldenburg antreten.

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 22:21,18:32, 24:10, 20:22.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 61 % (FCBB) / 54 % (Bonn); Dreier-Quote: 44 % / 39 %; Rebounds: 31 / 30;

Offensiv-Rebounds: 13 / 15; Assists: 13 / 21; Turnover: 18 / 15. – Es fehlten: TJ Bray (Fuß-OP), Josh Huestis (Knie).

Für den FC Bayern Basketball spielten: Maodo Lo (19 Punkte/5 Dreier), Danilo Barthel (15/5 Rebounds), Greg Monroe (12), Paul Zipser (11), Nihad Djedovic (9), Petteri Koponen (6), Vladimir Lucic (6), DeMarcus Nelson (4), Leon Radosevic (2), Mathias Lessort, Diego Flaccadori, Alex King.

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Cheftrainer FCBB: „Herzlichen Glückwunsch an Bonn zum Sieg. Die erste Halbzeit war sehr, sehr schlecht, dazu hat Bonn sehr gut gespielt, dadurch wuchs ihr Selbstvertrauen. 53 Punkte in der ersten Halbzeit ist einfach zu viel, genauso wie 13 Ballverluste in den ersten 20 Minuten. Die zweite Hälfte lief anders, aber am Ende haben wir in den letzten 30 Sekunden drei Offensivrebounds zugelassen. Gegen Mailand war das anders, aber in den letzten Spielen hatten wir hier bereits Probleme. Da müssen wir uns verbessern.“

Maodo Lo: „Diese Niederlage ist bitter, das ist peinlich und darf einer Mannschaft mit hohen Ambitionen wie uns nicht passieren. So eine Leistung zu bringen, vor allem in der ersten Halbzeit, das ist sehr enttäuschend. Da haben wir in der Defense nicht gespielt, das war nicht die Intensität und das Level, auf dem wir spielen müssen. Unsere Einstellung muss besser werden, wir müssen alles auf dem Platz liegenlassen, und das haben wir in der ersten Halbzeit nicht getan.“

Thomas Päch, Chefcoach Bonn: „Als erstes muss ich den Hut vor meiner Mannschaft ziehen. Ich weiß nicht, ob ich schon einmal auf einer extremeren Achterbahnfahrt war als in den letzten 48 Stunden. Wir haben heute versucht, uns anders zu präsentieren als vor zwei Tagen. Wir sind stark geblieben, zusammengeblieben und haben eine gute Reaktion gezeigt. Damit hätte man, glaube ich, nicht rechnen können.“

1. Viertel: FCBB-Coach Radonjic beorderte DeMarcus Nelson, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Greg Monroe als Erste Fünf in das erste Do-or-die-Spiel der Saison. Die Bonner erwischten den FCBB eiskalt und legten mit einem 5:0-Lauf los wie die Feuerwehr, doch Greg Monroe hielt dagegen und wühlte sich erfolgreich zum Korb durch (2:5/2. Spielminute). Die Fans im Audi Dome kamen bereits in den Anfangsminuten in den Genuss eines packenden Pokal-Fights, bei dem zunächst die Gäste die Nase vorn hatten, doch der Deutsche Meister blieb den Bonnern auf den Fersen (10:11/5.). Nach knapp sieben Minuten im ersten Spielabschnitt zeigte die Anzeigetafel zwei Mal die 15 – Kapitän Danilo Barthel hatte per Dreier ausgeglichen. Gleich im nächsten Angriff sorgte Paul Zipser mit einem gefühlvollen Korbleger für die erste Bayern-Führung (17:15/8.). Zum Ende des ersten Viertels lagen die Münchner 22:21 vorne.

2. Viertel: Die Gäste machten dem Favoriten weiter das Leben schwer. Bonn verteidigte giftig und fand vorne immer wieder die Lücken in der Defensive der Bayern. Der FCBB lag nach zwei Minuten des Viertels 28:30 in Rückstand – Auszeit München. Ein weiterer Drei-Punkte-Treffer von Barthel hielt die Bayern im Spiel (35:38/15.). DeMarcus Nelson zog mit Vehemenz zum Korb und war per Drei-Punkt-Spiel erfolgreich – Ausgleich zum 38:38 (16.). Die Bonner beeindruckte dies aber überhaupt nicht, sie trafen sehr gut von außen und kämpften mit viel Herz. Radonjic nahm erneut eine Auszeit, da seine Mannen wenig später 40:45 hinten lagen (18.). Das Momentum war nun aber eindeutig und dauerhaft auf Seiten der Gäste, die Bayern trafen unglückliche Entscheidungen und sahen sich zur Halbzeit mit einem 40:53-Rückstand konfrontiert.

3. Viertel: Die Bayern taten das einzig Richtige und packten in der Verteidigung eine Schippe drauf, im Angriff wurde Greg Monroe gesucht, der zweimal punktete (44:55/22.). Barthel drückte aus gut und gerne neun Metern ab – und traf. Die Fans tobten, und jetzt schien der Funke überzuspringen. Lo versenkte einen weiteren Dreier, Auszeit Bonn (55:59/26.). Paul Zipser erzielte zwei Körbe in Serie (59:62/28.). Die Partie war jetzt ein packender Schlagabtausch mit offenem Visier, die Bayern kämpften sich leidenschaftlich heran und vorbei: Barthel holte sich einen Offensivrebound und erzielte die erste Führung seit Beginn des zweiten Spielabschnitts (64:62/30.). Nach dem dritten Viertel lag der FCBB hauchdünn 64:63 in Führung.

4. Viertel: Leon Radosevic setzte seine Masse unter dem Korb geschickt ein und erzielte den ersten Treffer des Abschlussviertels (66:63/ 31.). Die Nervosität nahm zu, den Spielern beider Teams unterliefen Fehler, die Bonner ergatterten die Führung zurück (66:68/33.). Ein Djedovic-Dreier entriss den Gästen die Führung, aber nur kurz, denn nach zwei Dreiern der Baskets belief sich der Rückstand auf fünf Zähler (69:74/36.) – Auszeit Bayern. Lo brachte seine Farben mit einem Dreier auf 72:74 heran (36.), als es etwas turbulent wurde: Zipser kassierte in schneller Abfolge sein viertes und fünftes Foul, dazu die Bank ein Technisches, das den Bonnern natürlich in die Karten spielte (72:77/37.). Das Aufbäumen der Münchner folgte umgehend, zwei Freiwürfe von Lucic und ein Djedovic-Korbleger brachten sie bis auf 76:77 heran (38.). Den Bonnern gelang durch Branden Frazier ein Korbleger, doch dann begann Lo, der Crunchtime seinen Stempel aufzudrücken: Der Point Guard erzielte acht Punkte hintereinander (84:81/noch 33 Sekunden). Zehn Sekunden vor der Sirene wurde Martin Breuning beim Dreier laut Referees gefoult, konnte aber nur die ersten beiden Freiwürfe verwandeln – der Rebound ging durch mehrere Hände und landete wieder bei Breuning, der zur Führung der Gäste traf (84:85/noch sechs Sekunden). Die Bayern hatten noch den letzten Versuch durch Radosevic, doch er traf nicht.

Die nächsten Spiele der Bayern:

  • DO., 17. Oktober, 20.30 Uhr: FCBB – Asvel Villeurbanne (3. Spieltag EuroLeague)
  • SO., 20. Oktober, 18 Uhr: Oldenburg – FCBB (4. Spieltag BBL)
  • DO., 24. Oktober, 20.30 Uhr: FCBB – Khimki Moskau (4. Spieltag EuroLeague)
  • SO., 27. Oktober, 15 Uhr: Würzburg – FCBB (5. Spieltag BBL)
  • MI, 30. Oktober, 20.30 Uhr: FCBB – Madrid (5. Spieltag EuroLeague)

Quelle: FC Bayern München Basketball GmbH 

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