Anja Piel: GroKo gefährdet Junges Staatstheater Braunschweig – Förderzusage einhalten

Das renommierte Junge Staatstheater Braunschweig braucht eine neue Spielstätte, jetzt umso nötiger, weil der Mietvertrag für die derzeitige Unterbringung gekündigt worden ist. Von der Förderzusage der alten Landesregierung für notwendige Umbaumaßnahmen am geplanten neuen Standort will die GroKo jedoch nichts mehr wissen. Anja Piel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, zeigt nach einem Besuch des Theaters Verständnis für die angespannte Lage und sieht SPD und CDU in der Pflicht, im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2020 die bis zu 2,8 Millionen Euro für den Fortbestand des Jungen Staatstheaters Braunschweig bereitzustellen:

„Das Junge Staatstheater Braunschweig macht seit mehr als drei Jahrzehnten hervorragende Arbeit und erreichte pro Spielzeit zuletzt 14.000 junge Menschen. Es gilt in Deutschland als Vorreiter, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus allen gesellschaftlichen Gruppen Projekte zu entwickeln und so neues Publikum an Theater, Tanz und Musik heranzuführen. Es unverantwortlich, wenn Minister Thümler die Förderzusage der Vorgängerregierung einfach kippt und die Braunschweiger im Regen stehen lässt. Neben den gut geförderten Staatstheatern in Hannover und Oldenburg braucht auch das Haus in Braunschweig Unterstützung, insbesondere aktuell eine Zukunftsperspektive für das wichtige Junge Staatstheater. Unsere Theater können nur dann langfristig mit ausreichend Publikum rechnen, wenn wir junge Menschen schon früh dafür begeistern. Hier steht das Land als Träger der Staatstheater maßgeblich mit in der Verantwortung.“

Zum Hintergrund
Im Rahmen ihrer Sommertour 2019 besuchte Grünen-Fraktionsvorsitzende Anja Piel das Staatstheater Braunschweig. Deren Geschicke verantwortet seit 2017 Generalintendantin Dagmar Schlingmann. Zu den fünf Sparten des Staatstheater Braunschweig zählt auch das seit 35 Jahren bestehende „Junge Staatstheater“, das bundesweit bekannt und bereits mehrfach ausgezeichnet ist, zuletzt im Mai 2019 mit dem Jugendstückpreis des Heidelberger Stückemarkts. Seit Erfassung per Ticketsystem 1999 besuchten mehr als 250.000 Kinder und Jugendliche das Angebot des Jungen Staatstheaters.

Der Wechsel in eine neue Spielstätte in der früheren Husarenkaserne wird bereits seit Jahren vorbereitet. Für den Umbau der dortigen Probenbühne sind nach Angaben der Intendantin bis zu 2,8 Millionen Euro veranschlagt. Eine Förderzusage gab es 2017 seitens der rot-grünen Landesregierung. Da der Eigner der bisherigen Spielstätte den Mietvertrag gekündigt hat, sollte jetzt der Umbau der neuen Spielstätte mit Hochdruck vorangetrieben werden. Laut Intendantin Schlingmann war man völlig überrascht, dass nun im Haushaltsentwurf überhaupt keine Mittel für das Staatstheater Braunschweig vorgesehen sind. Dies sei umso enttäuschender, als andere Theater des Landes mit hohen Summen rechnen können, Braunschweig aber komplett leer ausgehe.

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Niedersachsen

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