Bundesverdienstkreuz für Reinhard Strecker

Zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Reinhard Strecker erklärt der Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz Heiko Maas:

„Ich freue mich sehr, dass Bundespräsident Joachim Gauck Reinhard Strecker mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet hat.

Mit seiner legendären Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ hat Reinhard Strecker 1959 in privater Initiative das getan, was die westdeutsche Nachkriegsjustiz viel zu lange versäumt hat: die Täter in den eigenen Reihen zu ermitteln und anzuklagen.

Während der Nazi-Diktatur haben unzählige Richter und Staatsanwälte an der Entrechtung, Verfolgung und Ermordung von Unschuldigen mitgewirkt. Die große Mehrheit von ihnen wurde dafür niemals zur Rechenschaft gezogen und konnte ab 1949 ihre Karriere in der jungen Bundesrepublik nahtlos fortsetzen.

Reinhard Strecker hat für sein Engagement viele Anfeindungen erlitten und Hass ertragen müssen. Dieser Orden ist ein spätes Anerkennen seiner wichtigen Arbeit.“

Das Bundesministerium lässt inzwischen seinen Umgang mit der Nazi-Vergangenheit in den 1950er und 60er Jahren durch eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission kritisch aufarbeiten – das sogenannte „Rosenburg“-Projekt, benannt nach dem ersten Dienstsitz des Ministeriums in Bonn-Kessenich. „Wir werden die Ergebnisse im kommenden Jahr der Öffentlichkeit präsentieren“, erklärte BM Maas.

Zum Hintergrund:

Der Bundespräsident hat Reinhard Strecker (*1930) das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Für die Übergabe der Orden sind in der Regel die vorschlagsberechtigten Länder zuständig. Der Orden wurde Herrn Strecker am 24. August vom Staatssekretär für Kultur des Landes Berlin, Tim Renner, überreicht.

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz wird Reinhard Strecker gemeinsam mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung am 7. Oktober in einer Veranstaltung im Ministerium ehren.

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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