Comeback misslingt – 70:73-Niederlage für Rackelos gegen Erfurt

Am Ende haben den Depant GIESSEN 46ers Rackelos ein paar Prozentpunkte gefehlt, um den zweiten Sieg in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB-Süd einzufahren. Mit 48:61 lagen die Mittelhessen im dritten Viertel bereits im Hintertreffen, bevor beinahe noch ein Comeback gelungen wäre. Sowohl Tim Uhlemann als auch Leon Okpara hatten in den verbliebenen sieben Sekunden die Chance, per Dreier die Verlängerung zu erzwingen. Am Ende waren es aber die Basketball Löwen aus Erfurt, die sich über ihren ersten Saisonsieg beim 70:73 freuen durften.

Ohne den verletzten Wyatt Lohaus starteten die Rackelos mit einer galligen Verteidigung in die Partie. Keine einfachen Punkte wurden den thüringischen Gästen gestattet, Johannes Lischka und zweimal Tim Köpple markierten die ersten Zähler (6:0, 3.). Julian Pesava ließ einen staubtrockenen Dreier ins Gesicht seines Gegenspielers Jonathan Arnold folgen. Danach traten die Löwen das Gaspedal aber kräftig durch und kämpften sich angeführt von Robert Franklin und Oliver Pahnke zurück ins Spiel. Anthony Watkins schoss die Erfurter mit fünf Punkten in Folge erstmals in Front (13:11, 6.) und zwang das Gießener Trainergespann aus Rolf Scholz und Lutz Mandler zur ersten Auszeit. Danach lief der Ball gegen die Zonenverteidigung der Gäste wieder runder: Sebastian Brach streute Zähler aus der Dreipunktedistanz ein, auch Inside waren die Rackelos wieder präsenter. Filip Krämer und Hannes Osterwalder kamen in Brettnähe zu Erfolgen. Erfurt ließ sich aber nicht abschütteln, sondern verwickelte die Hausherren in einen offenen Schlagabtausch. Erst ein Mitteldistanztreffer von Tim Uhlemann gefolgt von einem Korbleger durch Osterwalder im Fastbreak ließen eine Gießener Führung auf der Anzeigetafel erstrahlen (24:20) – und markierten damit zugleich das Zwischenergebnis nach den ersten zehn Minuten.

Die ersten mittelhessischen Punkte im zweiten Spielabschnitt erzielte David Amaize nach einem sehenswertem Euro-step. Ein tiefer Dreier von Lorenz Schiller direkt ins Gesicht von Uhlemann sowie Zähler durch Tobias Bode nach Offensivrebound ließen einen kleinen Bruch ins Spiel der Rackelos kommen (26:27, 12.). Mit all seiner Erfahrung setzte sich Lischka unterm Erfurter Korb durch und erzielte den 32:32-Ausgleich. Über weite Strecken konnten die Gäste nun aber eine Minimalführung etablieren. Sieben Offensivrebounds kontrollierte Erfurt in diesem Spielabschnitt, beide Teams lieferten sich einen intensiven Fight. Denn auch Gießen ging nicht zimperlich mit dem Spielgerät in Brettnähe um und konnte nach einem offensiven Abpraller von Okpara nebst einfachen Punkten im Nachfassen wieder den Ausgleich erzielen (34:34, 18.). Für Wow-Effekte sorgten nach mehreren hart umkämpften Minuten Schiller, der nach Schussfinte kraftvoll per Dunk abschloss, und direkt nach Okpara: Der Guard machte das Spiel schnell, zog mit viel Traute zum Korb, konnte Schiller ein Foul anhängen und so die Führung zurückerobern (37:36, 19.). Vier schnelle Zähler der Thüringer ließen diese wieder wechseln. Die letzten Punkte vor dem Pausentee besorgte jedoch Köpple mit einem Floater zum 39:40.

Dreier von Arnold und Köpple eröffneten die zweite Halbzeit. Danach sollte der Gießener Korb aber über mehrere Minuten wie vernagelt scheinen. Unkonzentriertheiten schlichen sich ins Spiel der Mittelhessen, während druckvoll spielende Löwen nach Zählern von Bode, Arnold und Peter Merz auf 57:46 (25.) enteilten. Pesava stoppte dann zwar den andauernden Lauf mit seinem Anschlusstreffer. Unterm Strich hatten die Offensivaktionen der Gäste in dieser Phase aber mehr Hand und Fuß, weshalb sie nach einem Dreier durch Schiller die bis dahin höchste Führung eroberten (61:48, 28.). In der verbliebenen Zeit bewiesen die Rackelos aber viel Moral und konnten durch Zähler von Osterwalder, Pesava aus dem Dreipunkteland und Okpara aus der Halbdistanz den Schaden auf 55:63 begrenzen.

Mit einem Dreier aus der Drehung heraus schockte Schiller die 46ers II gleich zu Beginn. Okpara bewies mit Zählern auf der Gegenseite nach Offensivrebound aber, dass der Wille des Teams noch nicht gebrochen war. Als Uhlemann einen Dreier versenkte und dies mit einem Urschrei zelebrierte (60:68, 34.), war Gießen wieder da. Pesava blockte in der folgenden Erfurter Angriffssequenz zwei Gegenspieler. Mit der Sirene lötete dann aber Schiller die nächsten Punkte für die Mitteldeutschen ein. Nach einer Gießener Auszeit ließen Scholz und Mandler mit einer großen Aufstellung spielen. Mit dieser hatten die dezimiert angereisten Löwen offensiv zu hadern. Die Rackelos trugen den Rückstand Pünktchen für Pünktchen ab und bezogen ihre Kraft aus gelungenen Defensivaktionen wie einem forcierten Turnover beim Erfurter Einwurf am Mittelkreis. Kurz zuvor hatte Okpara bei noch vierzig zu gehenden Sekunden den 70:71-Anschluss bestellt. Drei weitere Abschlüsse sollten die Gästen Gießen in der Restzeit gewähren: einen Korbleger von Uhlemann sowie die eingangs beschriebenen Schüsse von jenseits des Perimeters.

Das letzte Quäntchen Glück fehlte den Rackelos, die es als nächstes mit der TG s.Oliver Würzburg auf fremden Parkett zu tun bekommen werden. Die Franken stehen nach drei Siegen aus den ersten vier Spielen im oberen Tabellendrittel. Das nächste Heimmatch bestreiten die Depant GIESSEN 46ers Rackelos dann am 26.10. (20.00 Uhr) im Hessenderby der besonderen Art gegen die EBBECKE WHITE WINGS aus Hanau.

Rolf Scholz (Cheftrainer Depant GIESSEN 46ers Rackelos): „Man merkt, dass wir derzeit selten als Mannschaft trainieren. Wir machen zu viele Fehler und treffen falsche Entscheidungen. Wir müssen jetzt schnell aus diesen Fehlern lernen und dürfen uns nicht davon runterziehen lassen. Der Ausfall von Wyatt Lohaus wiegt in dieser frühen Saisonphase natürlich zudem schwer.“

Depant GIESSEN 46ers Rackelos – Basketball Löwen Erfurt 70:73 (39:40)

Viertelergebnisse: 24:20, 15.20, 16:23, 15:10

Depant GIESSEN 46ers Rackelos: Tim Köpple (9), David Amaize (2), Filip Krämer (4), Tim Uhlemann (5), Leon Iduma Okpara (17), Johannes Lischka (8), Sebastian Brach (5), Julian Pesava (14), Felix Schweizer, Hannes Osterwalder (6)

Basketball Löwen Erfurt: Robert Peter Merz (9), Lorenz Maximilian Schiller (14), Anthony Watkins (9), Moritz Lang (2), Tobias Bode (10), Oliver Pahnke (14), Jonathan Arnold (10), Robert Franklin (5, 14 Rebounds)

Quelle: JobStairs Gießen 46ers GmbH & Co. KG

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